Faszien

 

Die Faszien unseres Körpers bilden ein verbindendes, schützendes und unterstützendes Netzwerk. Durch ihre Vielzahl an Rezeptoren dienen Sie auch als Sinnesorgan. Diese Dichte an Rezeptoren machen die Faszien auch so interessant für uns Therapeuten.

 

Oberflächliche Faszien:

Sie liegen dicht unter der Haut wie z.B. über dem Brustbein oder Steißbein. Diese Faszien dienen als Schutzhülle; Wasserspeicher und Fettspeicher. Man vermutet aber auch das sie als nicht-neuronales Kommunikationsnetzwerk dienen.

 

Tiefe Faszien:

Sie umhüllen Muskeln, Knochen, Gelenke ( Gelenkkapsel ) und Gefäße je nach mechanischer Belastung einer Region, organisieren Sie sich zu Bändern oder Sehnenplatten wie die Plantarfaszie unter den Füßen.

Diese Gewebe besitzt einen hohen Anteil an Kollagenfasern und ist dadurch sehr stark zugbelastbar.

 

Viszerale Faszien:

Sie dienen als Aufhängung und Kissen der Inneren Organe. Durch ihren doppelschichtigen Aufbau besitzen Sie eine starke Pufferwirkung. Im Gehirn nennt man Sie Mennige, im Herzen Pericadium in der Lunge Pleura und im Bauch Peritoneum.

 

In den Faszien eingebettet sind eine Vielzahl von Meßfühler (Rezeptoren).

 

Mechanorezeptoren messen die Änderung von Druck, Zug und Schwingungen im Gewebe. Propriozeptoren geben Auskunft über Bewegungsänderungen. Thermorezeptoren reagieren auf Temperaturschwankungen und Nozizeptoren signalisieren Schmerz. Untersuchungen haben gezeigt das gerade tiefe Faszien auch Myofibroplasten beinhalten. Myofibroplasten sind Muskelzellen, ähnlich wie sie Eingeweide und Blutgefäße besitzen. Sie können über längere Zeit aktiv kontrahieren. Dies führt zu einer mehr oder weniger hohen Steifigkeit und kann somit zu Verspannungen führen. Die Folge können Bewegungseinschränkungen und Schmerzen sein.

Aber auch Verklebungen ( Adhäsionen ) der Faszien können zu den oben genannten Beschwerden führen.

 

Faszien haben wie gezeigt eine Vielzahl von Aufgaben. Eine wichtige Eigenschaft in Bezug auf Bewegung ist die Fähigkeit kinetische Energie zu speichern und wieder abzugeben. Ähnlich wie eine Sprungfeder dämpfen sie Stöße ab und geben die gespeicherte Bewegungsenergie wieder frei ( Rebounding ). Bei allen unseren Bewegungen greift diese Eigenschaft. Gerade bei immer wiederkehrenden rhythmischen Bewegungen wie beim Laufen oder Gehen dient die Muskulatur nur als Taktgeber der Bewegung. Ein gutes myofasciales Zusammenspiel erkennt man an einer harmonischen Bewegungsausführung. Bei eher langsamen Bewegungen kommt der Muskel mehr zur Geltung und die Faszien dienen eher der reinen Kraftübertragung.

 

Zum Training der Faszien sind spezielle Beweglichkeitsübungen angesagt. Hierbei unterscheidet man zwischen statischen und dynamischen Übungen. Andere Massnahmen wie  die Eigenmassage einzelner oberflächlicher Faszienstränge, z.B. mit der „Blackroll„, runden die Eigentherapie ab.

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