Schwindel (Vertigo)

 

Beim Schwindel verliert der Betroffene teilweise oder gänzlich die räumliche Orientierung. Dies kann soweit führen das eine erhöhte Sturzneigung gegeben ist oder es kann sogar zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Der Schwindel ist in jeder Hinsicht eine sehr unangenehme Situation.

Die Stellung unseres Körpers im Raum wird von verschiedenen Parametern genährt. Einmal durch das vestbuläre System ( Gleichgewichtsorgan ),  durch unser visuelles System ( Auge ) und die Propriozeption ( Körpergefühl ).

Das vestibuläre System im Bereich des Ohres besteht aus drei Bogengängen die mit einer relativ zähen Lymphflüssigkeit gefüllt sind. Die Innenwände dieser drei Bogengänge sind mit Sinneshärchen ausgekleidet. Bei Beschleunigungsbewegungen bewegt sich die Lymphflüssigkeit träger als ihr „ Gefäß“ die Bogengänge, hierbei werden die Sinneshärchen in den Bogengängen umgebogen wie Seegras bei Wellengang. Diese Information wird über den Nervus vestibularis an unser Gehirn weitergeleitet.

Über das visuelle System, das Sehen, werden weitere Informationen unserer Stellung im Raum gesammelt. Im Einbeinstand zu stehen ist schon schwer aber mit geschlossenen Augen noch viel schwieriger. Auch diese Informationen werden über einen Gehirnnerven, den Nervus Opticus weitergeleitet.

Die Propriozeption ( Tiefensensibilität ) ist die  dritte große Informationsquelle unseres Gehirns über die Lage des Körpers im Raum. Diese kinestätische Wahrnehmung findet über Meßfühler ( Propriozeptoren ) in Gelenken, Muskeln und Sehnen statt.

Eine herausragende Rolle spielen hierbei die Propriozeptoren im Bereich des Kopfes.

Da wir durch unsere urzeitlichen Anlagen doch noch sehr viel mehr Jäger und Sammler sind als uns vielleicht lieb ist, sind auch Bewegungsmuster immer noch an diese Zeit gekoppelt. Wir sind immer bestrebt das unsere Augenpaare horizontal ausgerichtet sind, also in der Waage. Dies ermöglicht uns Entfernungen besser abzuschätzen. Egal wie schräg wir stehen, unsere Muskeln versuchen den Körper so auszurichten das die Augenpaare horizontal sind. Bei dieser reflektorischen Ausrichtung spielt der Schulter – Nackenbereich mit seinen Gelenken und Muskeln eine entscheidene Rolle. Besonders der Atlas ( griech. Träger ), unser erster Halswirbel kommt hier im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen.

Auf dem Atlas sitz der Kopf.

Zur Feinjustierung des Kopfes, und damit auch der Augenpaare, setzen an den Querfortsätzen des Atlas  von 13 verschiedenen Muskeln Anteile an. Die Gelenkfläche des Atlas ist mit besonders vielen Propriozeptoren bestückt. Somit ist eine optimale Feinjustierung möglich. Auch die Informationen der Propriozeption werden zur Orientierung unserer Lage im Raum zum Gehirn weitergeleitet und verarbeitet.

Die  Informationen des Gleichgewichtsorganes, der Augen, und der Gelenkstellung werden neuronal verarbeitet und verknüpft und ergeben das was wir fühlen und wie wir uns bewegen.

Wenn es aus welchem Grund auch immer von ein oder zwei Rechengrößen starke Abweichungen voneinander gibt, kann es zu Schwindel kommen.

Dies kann z.B. durch eine Fehlstellung des 1. Halswirbel verursacht sein. Der Atlas ist schief und die Augen sowie das Gleichgewichtsorgan sagen es ist alles im Lot. Die Folge ist häufig Schwindel.

Durch eine gezielte Therapie der Muskeln, welche die Stellung des Atlas beeinflussen, ist dem Schwindel meist beizukommen. Es spielen alle Parameter eine Rolle welche den Muskeltonus, also die Grundspannung der Muskulatur, beeinflussen. Stress, sportliche Aktivität, einseitige Haltung, Unfälle z.B. mit Schleudertrauma und anatomische Abweichungen, um nur einige zu nenne.

Die entsprechende Muskulatur soll wieder in ihre normale Länge und Stärke gebracht werden und muskuläre Dysbalancen müssen ausgeglichen werden.

Eine Vielzahl von Erkrankungen können Schwindel auslösen und es ist beim ersten Auftreten der Symptome wichtig das deren Ursache gefunden wird. Aus diesem Grund ist ein Abklärung durch den Hausarzt, Neurologen, Orthopäden und oder Hals-Nasen-Ohrenarzt sehr wichtig.

Die Myoreflextherapie spielt bei einem Halswirbelsäulen induzierten Schwindel eine massgebliche Rolle und führen meist nach kurzer Zeit zur Beschwerdefreiheit.